Dirigent
Nabil Shehata wurde 1980 in Kuwait geboren und wuchs in Deutschland auf. Seine musikalische Laufbahn begann am Klavier, bevor er als Kind den Kontrabass für sich entdeckte. Nach seinem Studium in Würzburg und Berlin wurde er Solokontrabassist der Staatskapelle Berlin und anschließend Erster Solo-Kontrabassist der Berliner Philharmoniker.
Prägende Begegnungen mit Dirigenten wie Daniel Barenboim führten ihn zunehmend ans Dirigentenpult. Seit seinem Debüt 2007 entwickelte er eine internationale Karriere, die ihn zu Orchestern in Europa, Asien und Amerika führte.
Als Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen prägte er über mehrere Jahre das künstlerische Profil des Orchesters. Heute ist er Künstlerischer Leiter des Orchesters der Barenboim-Said Akademie, wo musikalische Exzellenz und kultureller Austausch eng miteinander verbunden sind.
Sein musikalisches Selbstverständnis ist geprägt von kammermusikalischer Klarheit, gegenseitigem Vertrauen und dem Dialog zwischen den Musizierenden. Für Nabil Shehata ist Musik ein Raum der Begegnung und der gemeinsamen Verantwortung.
Dirigent
Im vogtländischen Musikwinkel Markneukirchen geboren, absolvierte André Schmidt das Robert-Schumann-Konservatorium Zwickau und studierte an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar Schulmusik, Chorleitung und Komposition.
Das Studium schloss er 1982 als Diplomlehrer für Musikerziehung sowie mit den
Lehrbefähigungen für die Fächer Chorleitung und Musiktheorie ab.
Nach langjähriger Tätigkeit als Lehrer für Schulpraktisches Klavierspiel, Musikästhetik und Musikdidaktik erfolgte 1998 die Ernennung zum Professor an einer Kunsthochschule.
Er unterrichtete an der Universität der Künste in Berlin und an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. An der Universität Erfurt entwickelte er eine neue Studienrichtung für Musik an Regelschulen, leitete den Universitätschor und unterrichtete Kulturmanagement.
Er ist gefragter Dozent bei Kursen und Workshops, arbeitet als Juror bei Chorwettbewerben und ist seit ihrer Gründung Dozent der Chorleitungsschule des Chorverbandes Thüringen.
Seine Chor-, Band- und Orchesterarrangements und Lied-Begleitungen erscheinen in Fachpublikationen und Musikbüchern und sind wesentliche Grundlage für die stilistische Vielseitigkeit seiner Chorprojekte.
Er leitet das 2007 von ihm gegründete Chorprojekt THURINGIA CANTAT, und das 2015 in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Musikrat gegegründete Projekt SAXONIA CANTAT, das jährlich sächsische Chöre aus Mittelschulen und Gymnasien zu einem engagierten Chorprojekt zusammenführt.
Sopran, Poetry Slam
Die 1994 in München geborene Felicia Brembeck ist Sopranistin, preisgekrönte Kabarettistin, Autorin und eine der bekanntesten Slam-Poetinnen im deutschsprachigen Raum. Sie studierte Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und schloss 2023 ihr Masterstudium Operngesang in Leipzig ab.
2021 debütierte sie an der Deutschen Oper Berlin in der Hauptrolle der Lucinde in Sergej Kims Unser Vater | Vater unser. 2026 folgte ihr Debüt an der Deutschen Oper am Rhein als Lea in Alles, was wir sein könnten. Als Konzertsängerin trat sie unter anderem mit dem Orchester der Semperoper Dresden, der Jungen Philharmonie Brandenburg und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg auf.
Bereits 2013 wurde sie deutschsprachige U20-Meisterin im Poetry Slam. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Tassilo-Kulturpreis, der Ernst-Hoferichter-Preis und 2025 der Förderpreis des Deutschen Kabarettpreises. Mit ihren Soloprogrammen ist sie auf Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum präsent.
Gemeinsam mit der Pianistin Marlene Heiß gründete sie das Format Agorá – Kunstlied meets Poetry Slam, in dem sie klassische Musik und zeitgenössische Sprachkunst miteinander verbindet. Ihre künstlerische Arbeit vereint musikalische Ausdruckskraft, Humor und gesellschaftliche Reflexion.
Poetry Slam
Bisan Badawi ist Poetry-Slammerin, Moderatorin und Workshopleiterin mit syrischen Wurzeln. Seit 2022 steht sie auf der Bühne und wurde mehrfach sächsische Vizemeisterin im U20-Poetry-Slam.
In ihren ausdrucksstarken Texten verbindet sie persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragen. Sie erzählt vom Aufwachsen zwischen der syrischen und deutschen Kultur, von Identität, Gleichberechtigung und den Herausforderungen des Zusammenlebens.
Neben ihren Bühnenauftritten studiert sie Psychologie und erreicht als Content-Creatorin ein großes Publikum in den sozialen Medien. Dort nutzt sie ihre Reichweite, um Menschen zum Nachdenken und zum Dialog über die Themen ihrer Poesie anzuregen.
Mit ihrer Wortkunst eröffnet sie neue Perspektiven auf kulturelle Vielfalt und das menschliche Miteinander.
Oboe
Henrik Goldschmidt, 1959 in Dänemark geboren, studierte unter anderem an der Karajan-Akademie in Berlin. Von 1986 bis 2022 war er Solooboist des Königlichen Dänischen Orchesters in Kopenhagen. Als Solist und Kammermusiker konzertierte er mit international renommierten Orchestern, darunter den Berliner Philharmonikern.
Neben der klassischen Musik widmet er sich intensiv der jüdischen Klezmermusik und der musikalischen Tradition des Nahen Ostens. 2003 gründete er das Middle East Peace Orchestra, in dem jüdische, christliche und muslimische Musiker gemeinsam auftreten und musikalische Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen schlagen.
Mit der Goldschmidts Musikakademi gründete er zudem eine Musikschule, die Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft kostenlosen Musikunterricht ermöglicht. Für sein künstlerisches und gesellschaftliches Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2022 den Ehrenpreis der Carl Nielsen und Anne Marie Carl-Nielsen Stiftung.
Für Henrik Goldschmidt ist Musik weit mehr als künstlerischer Ausdruck: Sie eröffnet Räume der Begegnung, schafft gegenseitiges Verständnis und verbindet Menschen über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg.
Oud
Bilal Irshed ist ein dänisch-palästinensischer Oud-Virtuose und Komponist. Geboren und aufgewachsen im Dorf Daburiyya in Galiläa, begann er im Alter von 13 Jahren, die Oud zu spielen. Nach seinem Schulabschluss studierte er Musik an der Akademie für Musik und Tanz in Jerusalem.
2002 wurde er Mitglied des Arabischen Musikorchesters von Nazareth, mit dem er bei internationalen Konzerten und Festivals auftrat. Von 2006 bis 2008 arbeitete er als Musiklehrer und künstlerischer Leiter an der Dhow Countries Music Academy auf Sansibar. Anschließend zog er nach Dänemark, wo er seither als Musiker und Komponist tätig ist.
Mit seinem Bilal Irshed Trio und dem von ihm gegründeten Fifth String Ensemble verbindet er traditionelle Musik des Nahen Ostens mit Elementen klassischer Kammermusik, Jazz und zeitgenössischer Klangwelten. Seine eigenen Kompositionen eröffnen neue musikalische Perspektiven auf die arabische Musiktradition.
2024 wurde Bilal Irshed mit dem Wilhelm Hansen Ehrenpreis für sein herausragendes musikalisches Schaffen ausgezeichnet. Mit seiner Musik schafft er Verbindungen zwischen unterschiedlichen musikalischen Traditionen und Kulturen.
Violine
Badee Alhindi ist ein in Syrien geborener palästinensischer Violinist, der heute in Deutschland lebt. Er studierte zunächst klassische Musik an der Musikhochschule in Damaskus und setzte seine Ausbildung an der Barenboim-Said Akademie in Berlin fort.
Seine musikalische Arbeit verbindet die europäische klassische Musik mit den reichen Traditionen arabischer, osmanischer und barocker Musik. Dabei entwickelt er durch Improvisationen und kunstvolle Verzierungen eine persönliche musikalische Ausdrucksweise, die unterschiedliche Klangwelten miteinander vereint.
Seit 2025 ist Badee Alhindi Mitglied des Ensembles Coexist. Hier bringt er seine vielseitigen musikalischen Erfahrungen in das gemeinsame Musizieren von Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft ein.
Mit seiner Musik schlägt er Brücken zwischen europäischen und nahöstlichen Musiktraditionen und bereichert den interkulturellen Dialog des Ensembles.
Tenor
Jawad Seif stammt aus Damaskus und gehört der drusischen Religionsgemeinschaft an. In seiner Heimatstadt absolvierte er seine musikalische Ausbildung, bevor er 2015 nach Deutschland kam.
Heute ist er als Tenor Mitglied des Ensembles Coexist, in dem Musikerinnen und Musiker unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft gemeinsam musizieren. Mit seiner Stimme und seiner syrischen musikalischen Prägung bereichert er das Ensemble.
Seine Mitwirkung bei Ensemble Coexist steht für die verbindende Kraft der Musik und die Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Glaubenstraditionen.